Die großartigsten
Sprachzaubereien der
Welt. Außerdem: motiks
Kolumne über vieles,
anderes und den
ganzen Rest.

Betrunkene Schuhe an der Place de la Pompös, das Wahrwerden falscher Träume und der beste Anmachspruch der Welt – Semi Marathon de Paris

 

#SemiParis #roadtocopenhagen #cphmarathon #motiktext #nevernotrunning #runpack #BTGPRS

Es ist 9 Uhr morgens und ich lungere frierend in der schräg einfallenden Sonne des Bois de Vincennes. Eigentlich müsste ich längst mit Beton beschwert in der Seine darauf warten, dass ein paar säureresistente Fischtiere mir das Fleisch von den Knochen nagen. Stattdessen darf ich noch immer Planetenluft atmen und danke Gisbert, Louise, Ho Chi und all meinen anderen Mitreisenden für die Zen-hafte Contenance, mit der sie meine gewaltig nervende Löcher-in-den-Bauch-Fragerei erduldet haben. Jetzt sage ich keinen Ton mehr. Die Aufregung greift scheinbar sedativ nach mir.

Mein Trikot mit der schwer motivierenden Aufschrift „Run Pack“ blinkt blau in die Landschaft und vereint sich mit den roten und weißen meiner Mitreisenden zu einer wunderschönen Tricolore. Deswegen ist es auch nicht sonderlich überraschend, dass plötzlich die Luft anfängt zu flimmern und Francois Hollande mit Mofa und seiner Geliebten auf dem Sozius sich ins Geschehen materialisiert. Sie kurven einige Minuten „Allez le Run Pack“ brüllend um uns herum und verschwinden dann Richtung Wald. Ein bisschen weiter vorne glotzt ein von Johann dem Guten zusammen geklempnertes Chateau erhaben auf uns 43.000 Bioorganismen, die seltsamerweise lieber 21,1 km durch den Pariser Osten turnen wollen als wie jeder normale Mensch mit einem Café au lait faul in den Sonntag hinein zu existieren.

Ein Rennen durch die Stadt der Liebe also. Wer da jetzt amour erwartet und Geschichten voller Frühlingsgefühle und Rosenverkäufer, der wird sich trotzdem enttäuscht sehen. Der romantische Höhepunkt dieser Reise waren die wehenden Locken einer von Tröthild Pingpong und mir bestaunten Wundervollheit. Das aus den Träumen vieler 1000 Herren und Damen zusammengelötete Sternenwesen beleuchtete für ein paar Minuten den Métropolitain und enteilte dann im Gewirr der Straßen in eine goldene Zukunft. Immerhin, ein Moment, der nachwirkt und uns schmachtend das Schöne an diesem Planeten preisen ließ. Selbstverständlich streift das die Wahrheit nur am Rande. Überall in der Stadt wurde geherzt und gefummelt und mit Bisous herumgeworfen. Auf zwei unserer Mitreisenden wartete gar ein mit Blüten bestreutes Gemach zu Ehren von Hochzeitstag Nummer 5. Und wie viele neue Rennlieben entstanden sind in der frühlingshaften Atmosphäre des Semi de Paris oder was Francois noch so alles im Wald… Man weiß es nicht. Ich selbst aber habe mich ausschließlich auf den Sport und das Bewundern der Architektur konzentriert. Hüstel. Residiert wurde übrigens standesgemäß in der weltberühmten Rue de la Pompös an der Place de la Pompös. Selbst in der Ecke auf einem Stapel Sofaunterlagen schnarchend wehte noch der nach Champagner duftenden Atem des Hochadels über einen hinweg und überhebliche Vögel auf den Fensterbrettern trugen Frack und Fliege.

Plötzliches Nacktsein, Knicke im Raumzeitkontinuum, solche Sachen

Zurück zum kühlen Morgen und all den Menschen, die hier das Ziel erreichen wollen. Schnurrbärte und Stirnglatzen mit wallendem Hinterkopfhaar, Dauerwellen und Toupets in allen Farben, prächtige Vokuhilas und Undercutkunstwerke – hier steht auch haarseits ein Querschnitt der Gesellschaft friedlich beieinander und wartet munter debattierend auf das selige Losrennen. Es ist angerichtet, würde Béla Réthy brabemmseln. Ob das auch für mich gilt, weiß ich nicht so recht. Das Ganze hier wird mein erster Halbmarathon und ich habe nur eine verschwommene Ahnung, was da auf mich zukommt. Deswegen ja auch die ganze Herumfragerei. Dass ich überhaupt hier stehe liegt mal wieder daran, dass nichts auf diesem Planeten so kommt wie man es sich erwartet. Dazu aber ein andermal mehr. Jetzt kommt der Teil, an dem langjährige Träume endlich wahr werden. Allerdings nicht die mit den Prinzessinnen und den Privatraumschiffen, sondern die mit aus dem Nichts ploppender Zeitnot. In denen werde ich zum Beispiel auf dem Weg zum Wimbledonfinale oder zum Interviewtermin mit dem US Präsidenten von den absurdesten Dingen aufgehalten. Plötzliches Nacktsein, Knicke im Raumzeitkontinuum, solche Sachen.

Dieses Mal passiert es in echt. 20 Minuten vor dem Startschuss ruft das Toilettenhäuschen. Der Ruf kommt etwas spät, telepathiere ich dem Lokus und stelle mich in die von halbwegs akzeptablen Aufwärmbeats zuckende, sich aber nur äußerst gemächlich nach vorne bewegende Schlange. Während der Lautsprechermann verkündet, dass mein Startbereich in 5 Minuten geschlossen wird, denke ich an Stefan Sagmeisters „What I’ve learned so far in my life“-Serie und erkenne das Fehlen folgenden Lehrsatzes: „Dem Auf-Klo-Müssen Folge zu leisten ist stets die richtige Entscheidung“. Dann öffnet sich der Schlund, ich stolpere hinein und bemerke gekonnt, dass das Papier alle ist und auch der Wasserhahn sich weigert, seinen Job zu machen. Zut alors, würde ein alternder Franzose in seiner wunderschönen Sprache wüten und ich tue es ihm nach. Statt die Lösung, die mir für dieses Problem eingefallen ist, in Buchstaben zu tunken, hier aber lieber das Bild von einem Romtomtom auf Rollschuhen:

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Etwas angebleicht von meinem Tun trete ich wieder hinaus ins Freie und jogge zum Startbereich. Besser: ich jogge dahin, wo ich den Startbereich vermute. Umsichtig hatte ich einen cool im Licht der Gestirne stehenden Trendbartträger danach gefragt. Er hatte wissend mit der Hand an den Ort gedeutet, an dem ich jetzt ziemlich alleine stehe. Im Hintergrund grast friedlich ein großer weißer Hund. Der Herr des Tiers weiß glücklicherweise mehr als der Trendbartträger und schickt mich ans andere Ende des Waldes. Ich renne durch ihn hindurch, passiere verschreckte Eichhörner und schmeiße mich schließlich über einen eine Million Kilometer hohen Zaun, an dem ich mir die Hand blutig reiße, nur um dann zu bemerken, dass ich im falschen Startbereich bin. Zum Glück ist die Absperrung nach vorne leichter zu überwinden als der Wassergraben von Johann dem Guten und so stehe ich überpünktlich zwei Minuten vor dem Aufrauchen des Startschusses im längst geschlossenen Bereich meiner Startgruppe mit der Zielzeit 1 h 35 min und suche natürlich vergeblich die Run-Pack-Kollegenschaft. Als ich dieses Unterfangen endlich aufgebe und doch mal kurz Zeit wäre für Aufregung, steht plötzlich Run-Pack-Zinedine neben mir als wäre er nie woanders gewesen. Sein Arm ist in den Himmel gereckt und er guckt etwas angestrengt. Wie hast du mich gefunden, frage ich ihn. Es stellt sich heraus: in dem er nicht gesucht hat. Seine Uhr findet das Signal nicht, aber Zinedine bleibt entspannt. Egal, laufe isch eben ohne, französelt er und lacht ein siegessicheres Ich-jogge-trotzdem-Bestzeit-Lachen.

„Magst du mal meinen Pullover anfassen?“

Blutend blicke ich auf meine eigene funkelnagelneue Tomtom-Uhr und habe ein schlechtes Gewissen, weil ihr Nike-Vorgänger, mit dem ich seit Monaten Frischluft teile, im Hotel bleiben musste. Ich mag ja schon, wenn die Leute Dinge anders machen als die anderen. Dass mein gelb in die Landschaft blinkender Chronometer aber ständig andere Kilometerzahlen und Zeiten anführte als die meiner Mitlaufenden hat mich dann doch mit Skepsis umwölkt. Vielleicht ein Montagsmodell mit einem ganz besonders eigenen Willen. Aber für solcherlei Gedankenwerk ist jetzt keine Zeit. Plötzlich geht es los, letzte High Fives kreisen durch die Menge, wir stapfen langsam Richtung Startlinie und pengen dann umrahmt von tausenden anderen Läufern ins Geschehen. Ein Dutzend offenbar zu lange im Startbereich gewesene schlagen sich sofort in die Büsche und versauen nicht nur den Wald, in dem sie die Bäume mit Überschüssigem besprenkeln, sondern auch ihre Zeit.

Es ist eigentlich zu voll für Geschwindigkeit, aber links ist ein freier Bürgersteig und der wird mir und einigen anderen zum treuen Freund. Ich versuche nebenher die furios aufspielenden Bands sowie die ein oder andere Pariser Dachzinne zu begutachten und hänge mich nach einigen Kilometern an einen Sportbold, der mir eine Nuance zu schnell und damit genau richtig läuft. Tomtom, kommt es mir in den Sinn. Mal sehen, was die Zeitnahme flüstert. Aber auf meiner Uhr sehe ich nur unverständliche Pfeile und Zahlen. Wieder einmal beweist mir das Universum, dass ich den Moment verschlafen habe, als der große Becher mit dem Technikverständnis herumgereicht wurde.

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Man soll ja bei einem Rennen auf gar keinen Fall Neues ausprobieren. Deswegen verwende ich diese Uhr heute zum ersten Mal und in meiner Hosentasche wartet ein unbekanntes Sportgel darauf von mir heruntergeschlungen zu werden. Ich rede mir ein, dass ich ein Rebell bin, lasse das Herumdrücken auf meiner Uhr einfach sein und habe das gesamte Rennen über keine Ahnung wie schnell ich bin. Der Sportbold fällt von mir ab, wenn es bergrunter geht und holt mich wieder ein, wenn es bergauf geht. Mein vom Aufwachsen in süddeutschen Hügellandschaften geformtes Aufwärtsrenn-Gen wurde offenbar vom Berliner Flachlanddasein hinfort gefressen. Die Strecke ist wellig in langgezogenem Auf und Ab und ausgesprochen malerisch. Ein bisschen Liebe kommt also doch noch auf. Für die Stadt, für das Wetter und für die Tatsache, dass ich mich noch immer gut fühle. Viel später, mit Jägermeister, Crêpes und dem Run Pack auf einer Schrägwiese am Trocadéro herumhängend, habe ich außerdem noch folgenden famosen Eisbrecher erlernt: „Magst du mal meinen Pullover anfassen?“ Spätestens in Kopenhagen werde ich ihn an der norwegischen Prinzessin ausprobieren, mit der… aber das steht ja bereits anderswo.

Zurück bleibt ein Staunen und der nicht gerade rosige Duft der großen weiten Welt

Derweil sitzen drei schnurrbärtige Herren mit Baskenmütze und Baguette unter dem Arm in einem Bistro und kümmern sich nicht weiter um die vor der Tür trampelnde Läufermasse. Ins Gespräch vertieft, erschrecken sie daher nicht schlecht, als plötzlich die Tür aufgerissen wird, ein von herrlichen Tattoos bebunteter Kurzhaarberserker in das Bistro eilt, im Laufschritt der Kellnerin ein „Peut-je?“ entgegen wirft und auf dem von ihr eiligst freigeräumten Weg Richtung Abort verschwindet. Eine Minute später rennt die Erscheinung mehrmals das Wort „merci, très gentil“ wiederholend auf dem selben Weg wieder hinaus und ward nie wieder gesehen. Zurück bleibt ein Staunen und der nicht gerade rosige Duft der großen weiten Welt. Run-Pack-Co-Gründer Gisberts Organismus hatte ebenfalls Vollzug gefordert und nicht lange mit der Tatsache gehadert, dass die Organisation keine Toiletten am Streckenrand für nötig hält. Ein Mann der Tat, der mir nach unserer Ankunft erst mal einen halben Liter Wodka in die Renngaloschen geschüttet und das mit den Worten kommentiert hatte: je mehr der Wodka anderswo herumfließt, an desto mehr Tage kann ich mich erinnern. Womöglich kann ich mich deshalb noch daran erinnern, wie im Restaurant der elegante Gigolo vom Nebentisch einen Blumenverkäufer mit Handschlag begrüßt und dabei nicht bemerkt hatte, dass ihn das vor seiner Tischpartnerin auf der Stelle entlarven würde. Bleibt die Frage, ob man mit betrunkenen Schuhen geradeaus laufen kann.

Man kann. Der Sportbold und ich laufen gefühlt konstante Kilometerzeiten herunter. Eine weitere Premiere folgt: beim Rennen ordnungsgemäß trinken. Was ist an Trinken schwer, werden jetzt die Sesselpuper in die abgestandene Luft ihrer Wohnzimmer propellern. Vieles, ihr Unwissenden, krakele ich und erinnere mich an den Kölner Brückenlauf im letzten Jahrhundert, den ich kilometerlang hustend zu Ende lief, weil ich mich verschluckt hatte beim Becherleeren. Zum Glück gibt’s hier Plastikflaschen und keine Becher. Dosieren klappt problemlos, die Hustendämonen flattern weiter zum nächsten armen Wicht. Bei Kilometer 11 schlucke ich das Gel und merke zu spät, dass die nächste Wasserstelle noch in weiter Ferne herumschwappt. Etwas zugeklebt fällt mir auf, dass das Zeug offenbar doch nicht ganz so famos wirkt wie Spinat bei Popeye. Der Mann mit dem 1-h-35-min-Schild auf dem Rücken ist weit zurück. Vielleicht klappt’s mit unter 1:30 denke ich mir und fühle mich gut. Auf Fotos wird man später sehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits aussehe wie ein 103-jähriger kurz vor der Einkehr ins Unterreich und mich rapide Richtung Gletscherleiche aus dem Pleistozän verändere.

Plötzlich ragt vor mir wie ein Gebirge ein rosa behemdeter Fotograf in den Himmel. Ich versuche so grazil an ihm vorbeizuschweben wie möglich und merke erst im letzten Moment, dass hier unser hauseigener Knipskünstler am Werk ist. Ein Mann mit dem Blick eines Renaissance-Malers, der so ganz nebenbei auch für das Run-Pack-Logo zuständig ist und als monumentaler Tänzer weltweiten Ruhm genießt. Heute ist sein Ehrentag und statt sich vom Volk auf einem alten blumengeschmückten Mülleimerblech durch die Alleen tragen zu lassen, feuert er uns an und hantiert mit teuren Objektiven. Es reicht für ein High Five, aber aus Verdutztheitsgründen nicht für die von Tröthild Pingpong bereit gehaltene Konfettikanone

der blaue Zielbogen schwankt in Sichtweite und wirkt so harmlos wie ein Dorftümpel im Mondschein

Bei Kilometer 14 steht eine Zeitnahme, auf der 01 h 02 min zu lesen ist, was mich mächtig motiviert, auch wenn der Sieger sich zu diesem Zeitpunkt schon die Goldmedaille umhängen lässt. Genau richtig, denn ab hier beginnt das Leiden. Einen gewaltig bösen Anstieg später puste und ächze ich und fange an, die Kilometerpunkte einzeln abzuzählen. Ich rechne mit weiteren Anstiegen, die aber nur bis Kilometer 18 reichen. Ab hier Autopilot. Ich versuche das Tempo zu halten und merke wie die Kraft aus den Muskeln rieselt und sich hämisch kichernd nach Übersee absetzt. Ich klinge wieder wie eine rasselnde Klimaanlage und rede mir ein, dass das alles gleich vorbei ist. Zeit, den Willen ins Spiel zu bringen. 19, 20 und dann diese letzten unendlich langen 1000 Meter, der blaue Zielbogen schwankt in Sichtweite und wirkt so harmlos wie ein Dorftümpel im Mondschein. Ich hoffe inständig, dass das auch wirklich das Ende ist, haue noch mal alles raus und werfe mich schließlich über die Linie. Auf der Zeitnahme steht 1:31 und mein erster Halbmarathon ist Geschichte.

Im Zielbereich wird mir ein Fläschchen mit irgendwas Isotonischem überreicht, ich öffne die Verschlusskappe, spritze es in mich hinein und alles in mir zieht sich zusammen wie nach dem Angriff einer Armee von Zitronentrollen. Die Aufklärung, dass man das Zeug mit einem halben Liter Wasser vermengen muss, weil sonst der Magen auf der Stelle eine Revolte anzettelt, folgt etwas zu spät. Dankend schütte ich den halben Liter Wasser hinterher, zerbeiße einen Apfel und dann kommt mir auch schon Zinedine entgegen, dessen doch noch funktionierende Uhr ihm den neuen Rekord von 1:31:50 verspricht. Geil, geil, geil jubeln wir und stoßen mit Merguez-Würstchen an.

#SemiParis #roadtocopenhagen #cphmarathon #motiktext #nevernotrunning #runpack #BTGPRS

Als Zinedine mir dann zwei Stunden später eine Sms mit meiner Zeit herüberschiebt, bin ich dann aber doch etwas zerflötet. 1:24:23? Das war das, was mein Größenwahn mir in die Träume geflüstert hatte. Vielleicht sollte ich doch auf ihn hören, denke ich mir und alle Herzdoktoren dieses Planeten rotieren entsetzt in ihren Praxiskabuffs. Platz 645 hält einem aber auch deutlich vor Augen wie viele andere bei solch einem Rennen noch locker plaudernd an einem vorbeiziehen können. Die zweite Debütantin aus dem Pack, eine aus Kanada eingeflogene und von uns aufgrund gesteigerter Liebenswürdigkeit mit Rückkehrverbot belegte Gehirnforscherin, bröselte mit 1:41 über die Linie, Voltwoman und Gisbert-Frontfrau Louise zauberte sich in 1:36:48 nach Hause. Der im Vorfeld angeschlagenen Gisbert und unser Rücken geplagter Co-Käptn sowie Tricolore-Erfinder Ho Chi Bemmerlesmaier kommen in 1:37:34 und 1:47:42, Sorana in 1:57:43 unter dem blauen Zieltor durchgeschossen. Weil Spaßbold Kim Yong Cool Zeiten für unerheblich hält, bleibt die seine verschwiegen, aber natürlich hat auch er in der gelangweilt durchs Geäst schielenden Sonne geglänzt. Den Tagesvogel abgeknallt hat aber Francoise Kawumms, die nach 100 Metern von einem fiesen Schmock umgerannt wurde, der natürlich sofort von ein paar Bridge-the-Gap-Leuten mit Gafferband an eine alte Laterne geklebt wurde. Blutend und mit einer zerplatzen Apfelmusdrone am Revers rollte sie das Ding trotzdem souverän nach Hause und darf fortan als Legende durch die Berliner Alleen schreiten. Niemals wieder darf irgendwer in ihrem Beisein herumpienzen. Ganz großes Rasenmähen: die Run-Dem-Leute, die ihr mit ordentlich #crewlove zur Hilfe geschritten sind und Mademoiselle am Ende hochleben haben lassen. Sensation.

Gott, auch wenn es dich nicht geben mag, schütze keinesfalls die riesengroße Blase an meinem linken Fuß

Viel wichtiger als dieses ganze Halbmarathon-Dschingdarassabumm war natürlich die anschließende Festivität. Nike und der Paris Running Club hatte geladen und das schon mit Promille im Blut eingelaufene Run Pack brannte mit dem Rest der Bridge-the-Gap-Bande die Bude ab. In der Manier von durch einen Elektroschockraum getriebenen Flamencotänzern steppte die versammelte Asphaltrennerschaft in den Morgen hinein als wäre da nie diese Tortur im Pariser Osten gewesen. Frage nicht nach dem Zustand von Füßen und Waden am Folgetag. Viel Schuld daran trugen ein paar DJ’s aus den Run-Dem-Reihen, die im Gegensatz zu den meisten ihrer Kollegen nicht nur cool aus der Box herausspähen und Sync-Buttons drücken können, sondern auch sehr genau wissen, was sie tun und so viel Druck auf die Tanzfläche pressten, dass der ganze Laden schräg in der Luft hing und zu einem einzigen shakenden Inferno wurde.

Bei Kim Yong Cool shakte es wegen leichten Übertrunks auch im Kopf und so durften die Herrenklobesuchenden den ganzen Abend noch seine rückwärts gegessenen Hinterlassenschaften in der Strahlrinne ihres Vertrauens bewundern. So schnitzt sich das Wochenende seine ganz eigenen Legenden. Ich will nichts beschreien, aber das mit der Stadt der Liebe, nun ja, möglicherweise hat sich hier für den ein oder die andere doch noch alles zum Vortrefflichen gewendet. Ein Fondation-Louis-Vuitton- und ein La-Défense-Besuch später saßen wir mit rauchenden Füßen im Flieger und schnarchten uns nach Hause, während in der mondänen Rue de la Pompös an der Place de la Pompös wieder Ruhe einkehrte. Gisbert, der alte Gutmensch, bratschte noch einem tumben Securitymenschen die Meinung, weil der einem alten zahnlosen und mächtig hilflosen Mann doof kommen wollte statt ihm zu helfen und ein paar Viertelstunden später konnte ich im Land der fliegenden Mousse-au-Chocolat-Torten mal wieder Termine verpassen. Gott, auch wenn es dich nicht geben mag, schütze keinesfalls die riesengroße Blase an meinem linken Fuß. Prost!

 

 

16 Antworten zu “Betrunkene Schuhe an der Place de la Pompös, das Wahrwerden falscher Träume und der beste Anmachspruch der Welt – Semi Marathon de Paris”

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